1936 - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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1936

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1936 - Gründerpräsident Hubert Wertz übergibt mit Rücksicht auf seine Gesundheit sein Amt

12.01. Eupen, katholisches Gesellenhaus Weihnachts- und Familienfest mit Gesang, Theater und Jubilarehrung
19.01.
Eupen, katholisches Gesellenhaus
Auftritt beim Weihnachtsfest der Kolpingfamilie
12.05. Eupen Serenade bei der Goldhochzeit des Chorbruders Johann Lamy
12.06. Eupen Gemütliches Beisammensein auf Einladung des vorgenannten Goldjubelpaares Lamy
02.08. Eupen, St. Joseph Auftritt beim Dekanatstreffen der Kirchenchöre
August Eupen Serenade zur Silberhochzeit des Vereinswirten W. Gillet
06.09. Belgische Ardennen Halbtagestour mit abschließender Einkehr in Malmedy
06.12.
Eupen, katholisches Gesellenhaus
Konzertauftritt beim Stiftungsfest der Kolpingfamilie
15.12. Eupen Auftritt beim Gesamtverband der katholischen Vereine



Gründerpräsident Hubert Wertz übergibt aus Gesundheitsgründen sein Amt
Seit Gründung des Vereins im Jahr 1905 steht Herr Hubert Wertz dem Marienchor als Präsident vor und wurde derselbe auch weiterhin als derjenige bestätigt. Da nun unser vorbenannter Präsident aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr aktiv seine reichen Arbeitskräfte einsetzen konnte, wurde der Vorschlag für die Wahl eines geschäftsführenden Präsidenten eingebracht. Im Wahlvorschlag kam die Person des Herrn Joseph Emonts-gast, der auch bisher die Leitung des Vereins für die restliche Zeit des Jahres 1935 übernommen hatte. Nach verschiedenen aufschlussreichen Darlegungen seitens des Herrn Dirigenten und des Herrn Heinrich Dericum über Arbeitsgeist und liebevolle Tätigkeit vorbenannten Sangesbruders für unseren Marienchor, wurde nunmehr zum geheimen Wahlgang mit verdeckten Stimmzetteln geschritten und war das Wahlergebnis: 28 von 29 abgegebenen Stimmen für Herrn Emonts-gast. Eine Stimme wurde für den anwesenden Herrn Willy Rutté abgegeben. Herr Joseph Emonts-gast als geschäftsführender Präsident durch die Wahl bestätigt, nahm sein Amt als solcher an mit dem Verspruch an die Mitglieder: „Treue um Treue, Sänger mit dem Präsidenten und umgekehrt in Arbeitsgemeinschaft zum Besten unseres Vereins“.
Silberjubilar-Ehrung beim Weihnachts- und Familienfest
Gleich beim Eingang in das neue Vereinsjahr veranstaltete der Marienchor ein Weihnachts- und Familienfest im katholischen Gesellenhause am Samstag, dem 12. Januar 1936, abends um 7 Uhr. Musik und Gesangsdarbietungen, als auch Theateraufführungen wurden den anwesenden Gästen vorgeführt und genossen dieselben einige Stunden der ungetrübten Erholung. Ein besonderer Charakter lag dieser Festfeier wiederum bei durch die Programmausführung „Jubilar-Ehrung“! Wiederum konnte ein Mitglied, nämlich unser Sangesbruder, Herr Leo Förster, für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt und gefeiert werden. Unser Vorsitzender gedachte des Silberjubilars in vorbildlichen und treffenden Worten und schilderte uns unseren Jubelsänger als einen Pflichtbewussten und Arbeitsfreudigen. Der Vorsitzende überbrachte Herrn Förster namens des Vereins, wie auch der Festteilnehmer die herzlichsten Glückwünsche und als äußeres Zeichen der Ehrung überreichte er dem Jubilar eine Radierung von Holler mit den besten Wünschen für die Zukunft. Zur Verschönerung des Festes hatte auch die Theaterabteilung der Kolpingfamilie beigetragen und sei ihnen wie auch unseren Vereinskräften an dieser Stelle für ihre uneigennützigen Mühewaltungen bester Dank entboten. 
Weihnachtsgesänge bei der Kolpingfamilie
Am folgenden Sonntag, den 19. Januar 1936 abends hatte der Marienchor auf Einladung den gesanglichen Teil beim Weihnachtsfeste der Kolpingfamilie übernommen und somit zur Belebung und Erhabenheit dieser Festfeier beigetragen.
 
Ständchen zur Goldhochzeit mit Folgen …
 
Im Weiterstreben des Geschehens ist überaus vermerkenswert die Serenade, getätigt anlässlich des goldenen Ehejubiläums unseres noch rüstigen Ehrenmitglieds, Herrn Johann Lamy, nebst Gemahlin am Dienstag, den 12. Mai 1936, abends um halb neun Uhr in der Klosterstraße an deren Wohnung. Wie groß die Anteilnahme der Geehrten an den gesanglichen Darbietungen als auch an den seitens unseres Vorsitzenden, Herrn Jos. Emonts-gast im Namen des Marienchores überbrachten Glückwünschen war, bezeugen die Anführungen über eine Einladung der Sänger seitens des Jubelpaares zur Begehung eines gemütlichen Abends. Dieser Einladung war man am Freitagabend, den 12. Juni zahlreich gefolgt und verlebten wir einige feuchtfröhliche Stunden bei gemütlichem Glase und Gesang im Hotel Fammels, Klosterstraße. Bei dieser Veranstaltung konnte unser Präsident dem Goldjubilar der Ehe auch noch die besten Glückwünsche zur 25-jährigen Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins durch Überreichung eines Prachtblumenstraußes (Jacquemin) und Beschaffen des Silbersträußchens überbringen. Dem Doppeljubilar nebst Gemahlin ebenso an dieser Stelle nochmals alle herzlichen Glückwünsche.
Fahnennagel für die Schützen
Zwischenzeitlich musste sich der Verein auch bei Jubelfeiern anderer vaterstädtischer Vereine betätigen. So sah man eine Delegation bei den Feierlichkeiten zum Jubelfest der St. Joseph-Bürger-Schützengesellschaft und wurde dieser Gesellschaft unsere Gunstbezeigung durch Überziehung eines Fahnennagels kundgetan.
Silberhochzeit beim Vereinswirt
Im Laufe des Monats August konnte man unseren Lokalwirten, Herrn W. Gillet nebst Frau zum 25-jährigen Ehejubiläum beglückwünschen und sei dem Jubelpaar hiermit nochmals alles Gute für Gesundheit und Zukunft entboten.
 
Immer fehlten welche und gingen andere suchen…
 
Ausflug! … ist ein Thema, das auf Generalversammlungen immer zur Diskussion gestanden hat. Wir hörten aus dem Versammlungsbericht der Generalversammlung, dass eine Tagestour im Prinzip beschlossen war. Aber die Zeit verstrich und es kam der Sonntag, 6. September, mittags um 1 Uhr, als sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen über 30 Personen zur Fahrt für eine Halbtagestour einfanden. Die Fahrt vollzog sich unter den Klängen eines jungen Akkordeonspielers, den man zur Teilnahme verpflichtet hatte: an der Gileppe vorbei über Jalhay nach Spa der Blumenstadt. Hier wurde eine Pause eingelegt und in der dortigen Kirche sang unser Verein das „Sanctus“ von Schubert und „Adoremus“ von Haller. Weiter ging alsdann die Fahrt gen Coo zu dem dortigen Wasserfall, wo man sich ebenfalls ungezwungen amüsierte und unverpflichtet seine Liedweisen erklingen ließ. Nach einer glatten und schönen Fahrt durch das romantisch gelegene Stavelot langte man vor Einbruch der Dunkelheit in Malmedy an. Hier zog man in harmonischer Einigkeit von Gaststätte zu Gaststätte und sorgte immer der junge Musiker für den nötigen Humor. Auf 10 Uhr war die Heimfahrt aus Malmedy angesetzt, aber es wurde etwas später, da immer welche fehlten und jedesmal andere wieder suchen gingen. Schließlich war man doch vollzählig und begann die Heimfahrt gen Eupen, wo man wohlbehalten wieder anlangte. Auf den nachfolgenden Proben wurde eine Rückschau über die getätigte Halbtagestour gehalten und waren alle Teilnehmer eines Lobes über die Vereinsausfahrt des Jahres 1936.
Gut gebrachte Darbietungen bei der Kolpingsfamilie
Am 6. Dezember hatte der Verein wiederum den gesanglichen Programmteil auf dem Stiftungsfeste der Kolpingsfamilie übernommen und waren unsere Darbietungen gut gebracht.
 
Chordienst in der Kirche
 
Verlassen wir jetzt einmal den weltlichen Tatenbericht und wenden wir das Augenmerk auf die Grundidee, die die Gründung unseres Marienchores bewerkstelligt hat. Im Bewusstsein der geistlichen Musik ihren Tribut zu zollen, singt der Marienchor in der Klosterkirche an Sonn- und Festtagen zu Ehren unseres Herrn und Schöpfers.
 
Die Fronleichnams- und Haas-Pfarrprozession haben auch im verflossenen Jahr wegen schlechter Witterung nicht ausziehen können und war uns eine Teilnahme versagt.
 
Dekanatsfest in friedlichem Wettbewerb
 
Das Dekanatsfest, die jährliche Zusammenkunft der Cäcilienchöre des Dekanates Eupen fand am Sonntag, den 2. August in Eupen, Pfarre St. Joseph, statt. In friedlichem Wettbewerb lauschte man der fortschrittlichen Ertüchtigung in der Ausübung der altehrwürdigen gregorianischen Melodien und zeigte unter anderem auch sein Können im mehrstimmigen Liturgiegesang. Bei der kirchlichen, als auch nachfolgenden weltlichen Feier entledigte sich er Marienchor seiner an ihn gestellten Aufgaben in mustergültiger Weise.
 
Chorgesang bei geistigen Vorträgen
 
Der Gesamtverband der katholischen Vereine, der regelmäßig während der Wintermonate geistige Vorträge abhält, gedachte diese durch Gesangsvorträge der hiesigen Chöre zu beleben. Demzufolge konnte der Marienchor am Dienstagabend, den 15. Dezember, bei Veranstaltung eines solchen Vortrages im Jünglingshause dem Auditorium einige seiner Chor- und Liedperlen vorbildlich zu Gehör bringen.
Aus vorstehenden Ausführungen erkennen wir, in wieweit der Verein seinen Grundprinzipien nachgekommen ist; umso mehr hoffen wir, dass auch für die Zukunft jedes Mitglied sein Stimmtalent als „herrlichstes Instrument von Gott geschaffen“ in den Dienst dieser Sache stellen möge. Andererseits sind uns in dieser Niederschrift nochmals geistig alle Tatenvollführungen und Arbeitsleistungen des verflossenen Zeitabschnittes vergegenwärtigt worden. So große Leistungen, wie wir sie in der Blütezeit unseres Vereins getätigt haben, waren es nicht, aber nichtsdestoweniger bei der Vereinsleitung, Präsident, Dirigent, Vorstand, wie auch allen Sängern sei für ihre Mühen und Opferbringung im Dienste des Vereinsgedankens hiermit herzlichster Dank gesagt.  Einig und fest wollen wir zusammenstehen und wie bisher der Kunst in Treue und Ergebung unsere Verbundenheit bekunden.
 
Gemacht zu Eupen am 12. Februar 1937
 
Gezeichnet.: Laurenz Cremer, Schriftführer
Genehmigt: Joseph Emonts-gast
Chormitglieder

Dirigent: Musikdirektor und Komponist Herr Willy Mommer
Ehrenpräsident: Hochwürden Herr Dechant Hubert Keufgens
Präsident: Herr Hubert Wertz
Zweiter Vorsitzender: Herr Joseph Emonts-gast
Kassierer: Herr Joseph Gerards
Schriftführer: Herr Laurenz Cremer
Beisitzer: die Herren Georg Brandt, Heinrich Dericum, Martin Hans, Heinrich Leusch und Heinrich Fischer

Ehrenmitglieder: Bürgermeister Herr Hugo Zimmermann sowie die Herren Leonhard Arends, Bernhard Bredohl, Kreiskomissar de Grand-Ry, Baron Baltia, Opernsänger Fritz Dreher, Dr. Kessler, Heinz Godesar, Johann Lamy, Joseph Palm, Edmund Plumanns, Domorganist Leo Pütz, Hubert Thierron, Dr. jur. P. van Werveke, Musikprofessor A. Voncken, M. Waldeyer, Eduard Weinand, Dr. Willy Wildt, Dr. Graf Metternich, Dr. jur Leonhard Xhafflaire, François Rutté

Liste der aktiven Chorbrüder (PDF)
 
 
 
 
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