1938 - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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1938

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1938 - Nach langer Zeit wieder Theater und Frühjahrskonzert

10.01. Eupen, katholisches Gesellenhaus Weihnachts- und Familienfest mit Jubilarehrung
13.01. Eupen, katholisches Jünglingshaus Auftritt beim Vortragsabend des Gesamtverbandes katholischer Vereine Eupen
27.02-02.03. Eupen, Klosterkirche Gestaltung des 40-stündigen Gebetes
13.03. Eupen, katholisches Jünglingshaus Frühjahrskonzert
22.05. Eupen, St. Nikolaus Teilnahme und Serenade zum 25-jährigen Priesterjubiläum von Ehrenpräsident Dechant Keufgens
05.06.
Eupen, Klosterkirche
Gestaltung der Festmesse zu Pfingsten
02.07. Eupen Delegation beim Jubelfest der St. Johannes-Bürgerschützengesellschaft
10.07. Eupen, Waldhotel Schönefeld Sommerfest
28.07. Eupen Abschied von Chorbruder und Jubilar Heinrich Dericum
07.08. Eupen, St. Nikolaus und kath. Jünglingshaus Teilnahme am Dekanatstreffen der Kirchenchöre & weltliche Feier mit Jubilarehrung
21.08. deutsche Eifel Vereinsausflug
01.11.
Eupen, Klosterkirche
Gestaltung der Feier zu Allerheiligen
09.11.
Eupen, katholisches Jünglingshaus
Herbstkonzert
25.12.
Eupen, Klosterkirche
Gestaltung des weihnachtlichen Festhochamtes

Erstmals wieder Theater beim Weihnachtsfest
Das Vereinsjahr 1938 wurde eingeleitet durch ein am 10. Januar abends 7 Uhr im Saale des katholischen Gesellenhauses stattfindende Weihnachts- und Familienfest. Ein reichhaltiges Programm bestehend aus Musik, Gesangsvorträgen sowie Theater und Christbaumverlosung hielt die Mitglieder mit ihren Familien sowie Freunde und Gönner einige Stunden vergnügt zusammen. Erstmalig gestaltete der Verein auf diesem kleinen Feste wieder ein Theaterprogramm mit eigenen Kräften und konnte mit den Leistungen der jungen Kräfte zufrieden sein. Wir möchten es uns nicht versagen, allen Mitwirkenden sowie den Mitgliedern des Städtischen Harmonie-Musikvereins Eupen unseren herzlichen Dank auszusprechen. Im Laufe dieses Festabends erhält Chorbruder Jacob Dericum für 25 Jahre Mitgliedschaft aus den Händen von Präsident Hubert Wertz eine Original-Holler-Radierung.
  • Silberjubilar Jacob Dericum erhält eine Holler-Radierung - Die Widmung (JPEG)
 
Am 13. Januar hatte der Verein eine Verpflichtung zu übernehmen zur Verschönerung eines Vortragsabends des Gesamtverbandes der katholischen Vereine Eupen. Mit einigen sinnvollen Liedervorträgen entledigte sich der Verein dieser Aufgabe mit Erfolg.
 
Fastnachtstage in der Klosterkirche
 
Der Monat Februar brachte dann für die Sänger volle Betätigung, galt es doch die Fastnachtstage in der Klosterkirche im Dienste der Kirchenmusik zu verbringen. Am 27. Februar wurde dann zum Anfang der Fastenzeit das Hochamt mit der Gertrudis-Messe eingeleitet. Montags und dienstags war der Verein ebenfalls voll und ganz vertreten und entledigte sich seiner Aufgabe nach bestem Können. Aschermittwoch fand sodann wie alljährlich die Abschlussfeier in der Klosterkirche statt, an der wiederum der Verein in guter Besetzung Anteil nahm.
„6 frohe Sänger“ beim Frühjahrskonzert
Nach langen Jahren der Ruhe veranstaltete der Verein nochmals ein Frühjahrkonzert betitelt unter dem Namen „Vokal-Konzert“. Dasselbe kam am Samstag, den 13. März 1938 abends 7 Uhr zum Austrag.  Als Mitwirkende waren verpflichtet die weit über ihre Heimat hinaus bekannten und im Rundfunk oft gastierenden „6 Frohen Sänger“ vom Reichssender Köln.
Dieses Konzert war sowohl in künstlerischer wie in finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Lobend wurden die Leistungen unseres Vereins sowie der Künstler und unseres jungen Klaviervirtuosen W. Mommer jr in den Presseberichten erwähnt. Mit Stolz kann der Verein auf diese erste Großveranstaltung zurückblicken, reihte dieselbe doch sich würdig dem voraufgegangenen an.
 
Kaum waren die Anstrengungen für dieses Konzert überwunden, schon trat neue Arbeit in Gestalt von Proben an die Sänger heran. Galt es doch die Osterfeiertage im Kloster weihevoll zu gestalten. Aber auch diese Pflicht wurde nach besten Kräften erfüllt und das Hochamt am Ostersonntag durch eine schöne vierstimmige Messe würdig gestaltet.
Silbernes Priesterjubiläum
 
Der Monat Mai brachte dann dem Verein einen Ehrentag, den es hieß, würdig zu begehen. Galt es doch das 25-jährige Priesterjubiläum unseres hochverehrten Herrn Ehrenpräsidenten Hochwürden Dechant Keufgens in würdigem Rahmen zu begehen. Am Sonntag, den 22. Mai versammelten sich die Vereine Eupens mit einer Fahnendeputation an der Pfarrei zum gemeinsamen Festgottesdienste um 9 Uhr in der St. Nikolaus-Pfarrkirche. Unser Verein nahm ebenfalls hieran teil abends um 6 Uhr ließ es sich sodann unser Verein nicht nehmen, seinem Herrn Ehrenpräsidenten durch die Darbringung einer kleinen Serenade persönlich zu ehren. Gleichzeitig mit dieser Serenade überreichte Herr zweiter Vorsitzender Emontz-gast ein kleines Blumenangebinde sowie eine Geldspende für die Renovierung der Pfarrkirche dem Jubilar.
 
Pfingsten sah dann wieder den Marienchor im liturgischen Gesange in der Klosterkirche.
 
Am 2. Juli entsandte der Verein eine Delegation zum Jubelabend der St. Johannes-Bürgerschützengesellschaft anlässlich ihres jährlichen Wiegenfestes im Saale des Hotel Hubert Bosten.
 
Ein vom Verein auf den 10. Juli abgehaltenes Sommerfest in den Anlagen des Waldrestaurant Schönefeld gestaltete sich trotz unsicherer Witterung zu einem recht gemütlichen Familienfest, das allen Sängern  einige vergnügte Stunden der Erholung brachte.
Dirigent Mommer schwer erkrankt
 
Am 22. Juli erreichte den Mitgliedern auf der üblichen Gesangsprobe eine bittere Nachricht und zwar die plötzliche schwere Erkrankung unseres lieben Chorleiters Willy Mommer. Doppelst schwer traf uns dieser Schicksalsschlag, standen wir doch gerade vor den Vorarbeiten zu unserem Herbstkonzerte und es war jeder Sänger, der still den Wunsch äußerte auf baldige Genesung unseres Herrn Dirigenten.
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Abschied von Heinrich Dericum
 
Kaum hatten wir uns in etwa von unserem Schrecken erholt, schon traf den Verein eine neue nicht weniger schwere Hiobsnachricht. Nach langer schwerer Krankheit war am 28. Juli 1938 unser langjähriges Vorstandsmitglied und Jubilar, Herr Heinrich Dericum, in ein besseres Jenseits abberufen worden. Was der Verstorbene für den Verein bedeutete, können diejenigen ermessen, die jahrelang mit ihm zusammen die Geschicke des Vereins leiteten. Allzu früh wurde er aus unserer Mitte gerissen. Möge Gott ihm für seine Verdienste, die er sich hier auf Erden erwarb, den Lohn zuteilwerden lassen. Wir aber wollen ihm über das Grab hinaus ein ewiges Gedenken bewahren. Am Montag, den 1. August gab der Verein seinem verstorbenen Sangesbruder das letzte Geleit und nahm mit zwei Liedvorträgen Abschied vom Sangesbruder am Grabe.
Dekanatstreffen feiert Geburtstag und Jubilare
 
Lange Zeit blieb dem Verein nicht, über seine Schicksalsschläge zu grübeln. Neue Aufgaben traten an ihn heran. So galt es am 7. August in friedlichem Wettstreite die „musica sacra“ sowie weltliche Sangeskunst zu vertreten auf der alljährlich stattfindenden Zusammenkunft der Dekanatsvereine. In diesem Jahr galt es besonders diese Bezirksversammlung feierlich zu begehen, jährte dieser Tag sich doch zum 45. Male. Nachmittags 4 Uhr versammelten sich die Vereine des Dekanats unter der Leitung des Herrn Organisten August Voss im großen Saale des Hotels Koch zu einer gemeinsamen Probe für die beiden Chöre als Massenchor. Anschließend ging es ¼ vor drei im geschlossenen Zuge zur Pfarrkirche St. Nikolaus, wo die Festandacht stattfand. Gegen 5 Uhr ging es dann wieder im Festzuge zum Saale des katholischen Jünglingshauses, Neustraße, wo die weltliche Feier mit Jubilarehrung stattfand. In Letzteren konnte unser Verein die meisten melden, waren es doch 16 Sänger, die schon 25 Jahre und mehr der Kirchenmusik ihre Dienste weihten. Es waren dies die Herren Willy Mommer, Hubert Wertz, Joseph Gerards, Leonhard Arends, Martin Hans, Heinrich Godesar, Josef Emontsgast, Heinrich Dericum, Heinrich Leusch, Leonhard Rotheut, Leo Förster, Leonhard Janclaes, Jean Janclaes, Johann Louwry, Hubert Mommer, Jakob Dericum. Alle diese Jubilare wurden durch den Hochwürdigen Dechanten mit einer silbernen Erinnerungsnadel dekoriert. Zum Abschluss der Ehrung brachten sodann diese Veteranen des Gesangs einen Liedvortrag zu Gehör, der von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen wurde.
Ausflug zur Eifel
 
Nachdem der Verein nun sein Arbeitspensum zur Hälfte für das Jahr bezwungen hatte, hieß es den Sängern eine kleine Ablenkung zu verschaffen. Dieserhalb hatte man auf der Generalversammlung beschlossen, den im Vorjahre so gut gelungenen Ausflug einer Wiederholung zu unterwerfen. Am 21. August traten dann 36 Unentwegt zu schwerer Fahrt an. Die Fahrt verlief über Eupen, Einruhr, Gemünd, Schleiden, Monschau, Eupen zu einer richtigen feucht-fröhlichen Tour und ist den Mitfahrern unverlöschbar in Erinnerung geblieben. Ja man trennte sich mit dem Gruß „Auf Wiedersehen im nächsten Jahre“…
 
So verlief der ereignisreiche Monat August reich an Arbeit und die dazu gehörende Erholung.
 
Der Monat September sah uns dann in Arbeit bei den Proben für das Herbstkonzert. Zwischendurch galt es aber noch im 40-stündigen Gebet sowie bei der Pfarrprozession von St. Joseph tätig zu sein. Näher und näher rückte nun das Herbstkonzert, das für den 4. Oktober vorgesehen war, heran.
 
Aber mit des Schicksals Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Infolge der politischen Wirren am Horizont Europas, das hier in Eupen eine Mobilisation vonnöten machte, sah der Verein davon ab, in dieser ernsten Lage ein Konzert zu veranstalten.
 
Zudem galt es noch Allerheiligen in der Klosterkirche würdig zu begehen. Trotz alledem entledigte sich der Verein den sich gestellten Aufgaben mit Geschick.
Erfolgreiches Herbstkonzert
So wurde der Termin dann auf Mittwoch, den 9. November festgelegt. Dieses Konzert nahm die ganze Aufmerksamkeit der Mitglieder in sich auf. Es wurde fleißig geprobt unter unserem Herrn Vize-Dirigenten Hubert Mommer. Das Herbstkonzert wurde ein zweiter Erfolg für den Verein. Wiederum hatte man die gleichen Künstler wie zum Frühjahrskonzert verpflichtet, die auch wieder mit großem Erfolg debütierten.

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Auch nach diesem Konzerte gab es für den Verein kein Müßiggang, denn es fehlten nur noch wenige Wochen am hochheiligen Weihnachtsfeste und es galt, eine neue Messe einzustudieren bis dahin. Während der nun wöchentlich eifrig betriebenen Proben fand sich auf einer derselben unser wiedergenesener Herr Dirigent ein. Es hatte ihm keine Ruhe gelassen und er wollte sich von der Lebenskraft und dem Wirken des Vereins selbst überzeugen. Unser Herr Vorsitzender, Herr Joseph Emontz-gast begrüßte ihn im Namen aller Sänger und gab der Hoffnung Ausdruck, dass vollständige Genesung bald eintreten möge. Herr Willy Mommer dankte mit kurzen Worten und dankte auch den Sängern für die Leistungen während seines Krankseins unter der Leitung seines Herrn Bruders Hubert Mommer.
So nahte das Weihnachtfest heran und sah den Marienchor complet im Hochamte sowie am Lob am Nachmittag. Die neu einstudierte Messe mit Orgelbegleitung klappte verhältnismäßig gut in Anbetracht der kurzen Zeitspanne zum Proben.
Aus dem Protokollbuch des Chores:
Gemacht zu Eupen am 10. Februar 1939
Gez.: Jean Arends, Schriftführer und Dechant Hubert Keufgens, Ehrenpräsident
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