1954 - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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1954

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1954 - Benoît Ledur wird neuer Chorpräses

10.01. Eupen, Gesellenhaus Weihnachtsfest mit Chorgesang,Streichorchester und Theateraufführung
18.04. Eupen, Klosterkirche (Ostern) Gestaltung des feierlichen Hochamtes
30.05. Eupen, St. Nikolaus (Pfingsten) Gestaltung des "40-stündigen Gebets" erstmal nicht an Karneval und nicht in der Klosterkirche
11.07. Eupen Sommerfest
25.07. Raeren Auftritt beim 100-Jährigen des "Gesangvereins Cäcilia"
01.08. Lontzen, Pfarrkirche Teilnahme am 31. Dekanatstreffen der Kirchenchöre
15.08. Lanaken und niederl. Limburg Vereinsausflug mit Gestaltung einer Messe im Seniorenheim "Gensterbloem"(Henri-Chapelle)
29.08. Eupen, St. Nikolaus Teilnahme an den Einführungsfeierlichekeiten von Dechant und Neupräses Benoît Ledur
11.11. Eupen, St. Nikolaus und Ehrenfriedhof Gestaltung der Feierlichkeiten zum Waffenstillstandstag beim Te Deum und am Ehrenmal
25.12. Eupen, Klosterkapelle Garnstock Gestaltung der Mitternachtsmette (24 Uhr)
25.12. Eupen, Klosterkirche
Gestaltung der weihnachtlichen Festmesse (8 Uhr)



Weihnachtsfest
In froher Erwartung sah man dem Weihnachtsfeste am Sonntag, 10. Januar 1954 entgegen und man darf behaupten, dass sich unsere kühnsten Erwartungen erfüllten, was darauf zurückzuführen ist, dass alle Sänger gut vorbereitet dazu beitrugen und nicht zuletzt unsere Theatergruppe die „Schwarzschlachtung“ und „Der Held von Mars-la-Tour“ dermaßen flott und humorvoll darbrachten, dass das Zwerchfell unserer Freunde und Gönner wohl sehr stark in Anspruch genommen wurde. Musik und Gesang standen im Mittelpunkt des ersten Teils. Die Chormusik war mit Werken von Schubert, Silcher und unserem lieben Dirigenten Willi Mommer Jun. vertreten , während der Solist Josef Thissen (Bass) mit zwei bekannten Arien von Verdi und Mozart aufwartete;  er hatte sehr großen Beifall und musste sogar noch eine Zugabe geben. Der zweite Teil hatte einen außergewöhnlichen Erfolg zu verzeichnen, da unser Sangesbruder, Herr Klaus Kirschfink mit großem Erfolg seine Befähigung als Theaterschriftsteller unter Beweis stellte. Uraufführung waren im wahrsten Sinne des Wortes die beiden Stücke „de Schwartschlachtong“, gespielt von den jungen Mitgliedern unseres Vereins und als Glanzpunkt des Abends die Humoreske „Der Held von Mars-la-Tour“. Das allbekannte Streichorchester wusste die Besucher nochmals in eine weihnachtliche Atmosphäre zu versetzen. Die zahlreichen Gewinne einer Christbaumverlosung trugen auch dazu bei, die Stimmung zu heben. Kurz: alle gingen freudig überrascht nach Hause; um in Erinnerung noch lange an den schönen Abend zurückzudenken. Auch wir waren sehr zufrieden in jeder Hinsicht und freuen uns auf das kommende Weihnachtsfest. Mögen unserem Sangesbruder Klaus noch mal einige solcher Erleuchtungen kommen…
40-stündiges Gebet zur St. Nicolauspfarrkirche verlegt
Am Sonntag, 30. Mai 1954 (Pfingsten) stand die Marienkirche im Zeichen des 40-stündigen Gebets. An diesen Tagen wurden vom Chor vierstimmige Messen und verschiedene Einlagen zur Ehre Gottes gesungen. Wir werden uns wohl mit der Tatsache abfinden müssen, dass das nach alter Tradition am 15., 16., 17. Und 18. Februar gewesene 40-stündige Gebet von Seiten der Geistlichkeit in die St. Nicolauspfarrkirche verlegt wurde. Der an diesen Tagen vor dem Rathaus herrschende Karnevalstrubel macht jedoch diese Handlung verständlich.
Jubelfeiern in Raeren
Am Sonntag, 25. Juli 1954 folgten wir einer Einladung nach Raeren, wo unser Bekanntenverein G.V. Cäcilia Raeren sein 100-jähirges Bestehen in Form eines großartigen Gesang- und Musikfestes beging. Nachdem zahlreiche Vereine ihre Glückwünsche überbrachten und viele Jubilare geehrt wurden, gaben viele Gesangvereine ihr Bestes. Für den Vortrag der Lieder „Der Schäfer“ von H.J. Hencken und „Schifferlied“ von F. Silcher ernteten wir großen Beifall.
Das teure Mädel“ beim Dekanatstreffen
Der Sonntag, 1. August 1954 führte uns nach Lontzen, wo die 31. Bezirksversammlung der Cäcilienchöre des Dekanates Eupen stattfand. Im ersten Teil sang der Chor einen Choralsatz aus der Votivmesse Jesus Christus, dem ewigen Hohepriester; und das Laudate Dominum von W. Mommer sen. Im zweiten Teil brachte uns der Vortrag des von unserem allverehrten Dirigenten Willi Mommer komponierten Liedes „Das teure Mädel“ vollen Erfolg.
Feierliche Einführung von Dechant Benoît Ledur
Wie in den Kirchen bekanntgegeben wurde, rüstete sich die Pfarrfailie St. Nicolaus, um am Sonntag, 29. August 1954 die Einführung des neuen Dechanten, des Hochw. Herrn Ledur, feierlich zu begehen. Nachmittags gegen 4 ½ Uhr wurde seine Exzellenz der Hochwürdigste Herr Bischof mit dem neuen Dechanten im Festzuge, dem auch wir beiwohnten, von der Vervierser Straße zur Pfarrkirche gebracht.
Chorbruder André Bergs sorgte beim Vereinsausflug für gute Stimmung
Frühmorgens am Sonntag, den 15. August 1954 war Abfahrt ab dem Eupener Marktplatz. Unser erstes Ziel war das Seniorenheim "Gensterbloem" in Henri-Chapelle, wo wir mit verschiedenen sakralen Einlagen die Messe dort verschönerten. Man dankte uns in überaus herzlicher Weise, auch für den Vortrag verschiedener weltlicher Lieder im Freien. Nachdem unser Sangesbruder André Bergs noch die "Campanine" zu Gehör brachte und jede Menge Applaus erntete, nahmen wir Abschied von der freundlichen Stätte mit dem Lied "O wie herbe ist das Scheiden" in Richtung der holländischen Grenze. Auf der Fahrt dorthin zog die große Schleuse des Albertkanals bei Lanaken unser Interesse an, was uns zum aussteigen veranlasste. Die großartige Anlage hielt uns während einer guten halben Stunde im Bann. Es war interessant anzusehen, wie sich der Wasserspiegel zusehends hob bzw. sank mitsamt dem darauf schwimmenden Schlepper bis der Wasserspiegel der Schleuse mit dem des Kanals gleich war und der Schlepper seine Fahrt fortsetzen konnte. Das Getöse des Wassers schien bei einigen eine Art Seekrankheit hervorgerufen zu haben, die sich nachher in Hungergefühl umwandelte und uns veranlasste, die Fahrt - um ein Erlebnis reicher - in Richtung Maastricht fortzusetzen. Dort angekommen wurde nach Speise und Trank fröhlich gesungen. Unser Sangesbruder Herr André Bergs mit seinem Akkordeon ließ keinen zur Ruhe kommen und so hob sich die Stimmung zusehends, bis man sich entschloss, einen Bummel durch die interessante Stadt zu machen. Alles oder fast alles ging tadellos von sich, denn bei der Abfahrt fehlte ein Sänger, der nachher erklärte, eine Kostprobe des Gefangenseins hinter Eisengittern erlebt zu haben.
Gefangen hinter Eisengittern
Der Ärmste wurde ungewollt in der Kirche eingeschlossen, wo man ihn kraft seines Organs nach einer Stunde befreite. Für Gesprächsstoff war also gesorgt auf der Fahrt nach Valkenburg, wo wir kaum angekommen, begeistert waren von dem Anblick des großen Sees mit den darauf paddelnden Booten. Ein Teil des Chores zog das wirklich nasse Element vor, wogegen es andere vorzogen, sich innerlich zu anzufeuchten.
Die Stadt Heerlen besuchten wir danach und von dort setzten wir die Fahrt fort nach Kerkrade, wo wir uns mit unseren Sangesfreunden des Sint Lambertus einige Stunden mit Gesang, Musik und Tanz wohlfühlten. In feuchtfröhlicher Stimmung brachen wir dann auf mit einem "Auf Wiedersehen" an unsere holländischen Freunde.
Oh' Mensch im Beamten!
An der Grenze ließ man uns leicht durch und bald waren wir wieder in Eupen, trennten uns nach dem so schön verlaufenen Tag und macheiner dachte vielleicht "Ach, wenn es doch immer so blieb...".
Seelenamt und Gedenkfeier für Kriegsopfer
Am Waffenstillstandstage (Donnerstag, 11. November 1954) beteiligte sich der Verein mit einer Delegation und einer Fahnenabordnung an dem Seelenamte in der St. Nicolauspfarrkirche, sowie an der anschließenden Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof.
Geigensolist bei Weihnachtsmessen
Die Mitternachtsmesse an Weihnachten wurde von unserem Chor gesungen unter Mitwirkung des Herrn K. Niessen, Geige, am Garnstock und um 8 Uhr in der Klosterkirche.
So ging das Jahr 1954 zu Ende, auf das wir mit Freude zurückblicken ürfen. Möge auch die kommende Zeit für den MGV Marienchor ein neues Blühen in treuer Verbundenheit erstehren lassen.
Das walte Gott!
Gez.
Alfon Sistenich, Präsident,
Benoît Ledur, Ehrenpräses
Kurt Brammerts, Schriftführer
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