Chorbruder Helmut Oedekoven persönlich - Kgl. MGV Marienchor Eupen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Chorbruder Helmut Oedekoven persönlich

Archiv > 2005-2020 > 2014

„Selbstverwirklichung, Geselligkeit, Freundschaft „

Am Anfang eines neuen Lebensjahrzehnts und nach fast einem halben Jahrhundert Chorbruderschaft gibt uns Sangesbruder Helmut Oedekoven einen kleinen Einblick in sein ganz persönliches Chorleben.


Profil

Mein Alter :  70 Jahre
Meine Hobbys: Musik, Medieninteresse
Bevorzugter Musikstil:  Musical und Klassik
Bevorzugtes Musikensemble: nicht spezielle, aber gute klassische Stimmenensembles.
Musikalisches Vorbild:  Placido Domingo

Du bist 1968 in den Marienchor gekommen. Was hat Dich zu dieser Entscheidung bewegt?
Ich wurde von zwei  Mitgliedern des Marienchores angeworben.

Du hast als Tenor Deine ersten chormusikalischen Erfahrungen gemacht. Wie ist das , wenn man plötzlich nur noch eine Stimme singen darf?

Da singt man ja nicht immer die Melodie!
Anfangs war es für mich schwer, da ich keine Notenkenntnisse hatte.

Willy Mommer war zu dieser Zeit Chorleiter. Er wurde gleichzeitig auch Reisemanager und Organisator genannt. Wie hast Du Willy Mommer erlebt? Skizziere ihn kurz.

Für mich als jungen Sänger war mein erster Chorleiter  sehr dominierend und respektabfordernd.

Ferdinand Frings übernimmt als ausgebildeter Opernsänger im August 1972 den Marienchor, der bis dahin in anderen Chormusik-Sparten Erfolge gefeiert hatte. Rasch wurde das Repertoire erweitert bzw. angepasst. Wie hast Du diesen Umbruch erlebt?

Durch die Übernahme von Herrn Frings als ausgebildeter Sänger wurden die stimmlichen Anforderungen für mich größer aber auch lehrreicher.

Solo- und Kleinchor waren seit jeher Bestandteil der Marienchor-Visitenkarte. Ist niemand in Deinen ersten Chorsänger-Jahren auf Deine bemerkenswerte Stimme aufmerksam geworden? Hättest Du damals schon gerne solistisch begleitet? Bei welchen Gesangsstücken?

Doch es gab schon hier und da Aufforderungen solistisch tätig zu werden, habe das aber immer abgewehrt, da ich mir dieses nicht zugetraut habe.

Zum Chor sind immer wieder neue – teils auch junge -  Sänger gestoßen. Die meisten von ihnen haben das Chorleben jahrelang mitgeprägt. Wie ist das, wenn die Chorstimme beim Neueintritt eines Sängers einen Schritt zurück schalten muss, um dem „Neuen“ den musikalischen Einstieg zu ermöglichen?

Junge Sänger sollten immer von älteren Mitgliedern stimmlich durch gute Platzierung innerhalb des Chores mitgetragen werden. Auch ich hatte das Glück, am Anfang neben einem guten erfahrenen Kollegen stehen zu dürfen.

Nach vielen Jahren bist Du vom Tenor in den Bariton gewechselt? Welche waren zunächst Deine Gefühle, Empfindungen und Erfahrungen?

Da „sitzen“ doch noch viele vertraute Töne in Deinem Gedächtnis – plötzlich „stimmen“ die nicht mehr… Meine Umstellung vom Tenor, der doch meistens die Melodie angibt, zum Bariton, war für mich zuerst sehr schwer, da ich natürlich im Geiste immer die Töne des Tenores in meinem Kopf hatte. Leider muss ich gestehen, dass dies auch heute noch oft der Fall ist.

Chorleiter Heinz Piront hat den Chor 1997 von Ferdinand Frings als fünften MCE-Dirigenten übernommen. Als Kirchenmusiker setzte er rasch neue Akzente. Wenn man dann so nach 25 Jahren aus der „Opernszene“ kommt und musikalische Akzente hervorgehoben, ja sogar szenisch dargestellt hat und diese Interpretationsweise nun „nicht mehr relevant“ ist, wie hast Du diese Umstellung erlebt? Warum tut sich der Chor noch heute – wo doch viele Sänger aus der „Frings’schen Zeit nicht mehr aktiv sind – manchmal schwer damit?

Hier haben wir das Thema  der unterschiedlichen Musikauffassung des früheren Chorleiters als Opernsänger und des heutigen Leiters von bevorzugter Kirchenmusik auch  der leisen Töne. Diese musikalische Weiterentwicklung  war neu, konnte aber nur von Vorteil sein

Seit zwei Jahren bist Du zu einem der Stammsolisten des Chores avanciert? Wie ist das? Genießt Du den Chorgesang nun anders? Oder wurde alles nun anstrengender, unruhiger, stressiger für Dich?
Als Solist hat man immer Lampenfieber, dass gehört dazu. Den Chorgesang im Ensemble genieße ich noch genau so wie früher.

Ein musikalischer Richtungswechsel deutet sich an (Comedian Harmonists, Männer, Frauen, Ein Mädchen und ein Matrose, …). Wie siehst Du diese Entwicklung?

Ich empfinde dies nicht als musikalischen Richtungswechsel, mehr als eine  Bereicherung  unseres Repertoires. Haben wir nicht immer einen tollen Applaus und oft ein begeistertes Lächeln in den Gesichtern unserer Zuhörer, wenn wir diese Lieder singen? Trotzdem sollte natürlich die klassische Linie nicht zu kurz kommen. Wir haben ja auch jetzt wieder ein neues russisches geistliches Lied einstudieren dürfen.

Welches ist Dein Lieblingsstück – als Chorsänger?

Ein bevorzugtes  Lieblingsstück habe ich eigentlich nicht. Natürlich mag ich lieber emotionale Gesänge, ist ja klar, liegt mir mehr.  Als Solist kann ich ja noch nicht viel auswählen, da mein Repertoire ja noch sehr bescheiden ist.

Zwei Wünsche an den Marienchor?

Kollegialität und Freundschaft,  so wie sie jetzt ist, das beizubehalten wäre mein erster Wunsch. Zum Zweiten wäre es die Beibehaltung des hohen jetzigen Niveaus .


4 Daten

  • 2003: Weihnachtskonzert im Königlichen Palais

  • 2010: Carmina Burana Welkenraedt

  • 2012: Ödipus Rex , Liege    

  • 2013: Reise nach Prag und erstes Solo „Gnädig und Barmherzig"


Es gab in diesen 48 Chorjahren sehr viele interessante Chorkonzerte
von denen ich nur die letzten erwähnt habe.

MCE-Gesang bedeutet für mich :

  • Selbstverwirklichung,

  • Geselligkeit,

  • Freundschaft

Marienchor-Prädikate

  • Abtauchen in eine andere Welt,

  • geistige Anforderung,

  • Leistung erbringen


"Der Marienchor bringt mehr Farbe in mein Leben."


Zurück zur Seite "chorleben"

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü