Heinz Piront - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Heinz Piront

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Ein „anderer“ Dirigent für einen „anderen“ Chor



  

Es war im Jahre 1985 beim Konzert des Marienchores in der Ameler Pfarrkirche, wo der Kirchenchor sein 110-jährigen Bestehen feierte, als Marienchorsänger eine erste nähere Bekanntschaft mit den Dirigenten-Brüdern Piront machten.
Einige Jahre später schickte sich der damalige Vorstand unter Präsident Joseph Kockartz  an, nach einem jungen und kompetenten Nachfolger von Ferdinand Frings Ausschau zu halten.
Eher als ursprünglich erwartet wurde er gefunden. Im Verlauf der Aufnahmearbeiten zur CD „Die Eupener Komponistenfamilie Mommer“ (Herbst 1997) zwang die angegriffene Gesundheit den damaligen Chorleiter Ferdinand Frings zu Auszeiten, so dass Heinz Piront unerwartet das Dirigat der drei Stücke „ Adoro te „ (Robert Mommer), “O quam suavis est“ (W. Mommer, sen.) und „Gebet“ (W. Mommer, jun.) übernahm.
Der erste Kontakt war also hergestellt und sehr bald konnte – getragen von gegenseitiger Neugier und gewiss auch stillen Erwartungen – mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden. Rasch war allen klar, dass von nun an mit einem „ganz anderen“ Dirigenten musiziert werden würde. Aber auch dem bis dato „Dirigenten von ausschließlich gemischten Chören“ sollte rasch klar gewesen sein, das er es seinerseits von nun an ebenfalls mit einem „ganz anderen“ Chor zu tun hatte. Die neue – die heutige Ära nahm ihren Lauf!
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Männerchor = Problem?
„Männerchorgesang hatte für mich schon ein gewisses „verstaubtes“ Image. Ein Einarbeiten in neue Klänge, neues und unbekanntes Repertoire. Heute kann ich behaupten, dass es vielversprechendes Repertoire für Männerchöre gibt. Bis zum heutigen Tag tut mir die Entscheidung, Dirigent des Marienchores zu sein, nicht leid.“
Über das Wort zum Ton
Heinz Piront hat von Anfang an motiviert, beherzt und konsequent den Marienchor-Dirigentenstab fest in die Hand genommen. Ausgestattet mit viel Energie und Eifler Eifer, hat er den Marienchörlern immer wieder und eindringlich vermittelt, dass unter anderem die Text-Aussage Grundlage für die  musikalische Aussage ist.
Geduld und – wenn es sein muss - Autorität und Entschiedenheit halfen und helfen, den Geist der jeweiligen Partitur und des Dirigenten musikalische Anschauungen zum überzeugenden kultivierten und homogenen Ausdruck zu bringen.
Musikalische Schwerpunkte
„Qualitätsvoller Gesang mit bestmöglichem Chorklang ist ein Hauptziel und prioritär. Neues Repertoire mit dem Chor erlernen und erarbeiten, musikalisch ausgestalten, zur Freude der Sänger, des Publikums und selbstverständlich auch zur Erbauung des Dirigenten. Ein Chor sollte nicht im Alltagstrott stehen bleiben und sich an vergangene schöne Zeiten erinnern und sich auf erworbene Lorbeeren ausruhen. Die Produktion der beiden letzten CD (O magnum mysterium (2004) und Appellation contrôlée (2005)) waren eine große Herausforderung an Chor und Dirigent. Der Marienchor bleibt immer ein „Chor im Wandel“. Und das ist gut so!“
In unzähligen Probestunden wurde in den vergangenen Jahren das umfangreiche bestehende Repertoire vertieft und teilweise sogar… neu entdeckt. Unzählige neue Stücke wurden erarbeitet und aufgeführt.
Unter Piront‘s Stabführung wurde eine niveauvolle musikalische Visitenkarte des Chores in der Heimat und in den beiden anderen Sprachgemeinschaften dieses Landes hinterlegt.
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Wie lebt ein Chordirigent mit einer Musikkommission?
Zu Beginn war ich schon etwas skeptisch. Mittlerweile stelle ich fest:
  • die Musikkommission ist Sprachrohr des Chores in Bezug auf Repertoirewünsche. Sie erinnert an „Schätze“ aus dem Stammrepertoire.
  • Die Mitglieder der Musikkommission sollten offen sein für Neues, Konzerte besuchen, sich inspirieren lassen durch andere Chöre, in CDs hineinhören. Sie sind die Sänger, die jeder Chor braucht: interessiert und engagiert in Sachen Chorgesang.
  • Beim Erstellen von Chorprogrammen, Konzepten, Kontakten zu Konzertveranstaltern ist die Musikkommission wichtige Stütze und wertvolle Hilfe. Das möchte ich nicht missen, denn der Dirigent kann das nicht allein schaffen.
In jedem Fall hat der Dirigent Richtungskompetenz in Repertoireauswahl und Probearbeit. Er soll die wichtigen Impulse zur Erweiterung des Repertoires geben.
Warum wird  Stimmbildung immer wichtiger?
Stimmbildung findet im Prinzip auf jeder Probe statt: Einsingen, Übungen, Erarbeiten eines Werkes, Klangerfahrungen, ...
  • Sehr positiv ist, dass selbst viele Sänger für sich eine Stimmbildung wünschen.
  • Stimmbildung bringt einen Chor weiter: Chorklang, Ausdruck, positive Beeinflussung der (Stimm-) Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefinden eines Sängers, ist immer wieder Entdeckung neues Klangsphären im eigenen Körper, seelische und körperliche Gelöstheit, Entspannung ...
  • Stimmbildung kann Hilfe zu einer (neuen) Einstellung zum Gesang  geben, die Angst vor schwierigen Partitur-Passagen nehmen.
  • Sie vermittelt technische Grundlagen, um den Anforderungen der Chorwerke besser gerecht zu werden.
  • Stimmbildung ist auch immer Hörbildung. „Man singt nur mit den Ohren gut!“
  • Dem Sänger soll ihr Körper als Instrument bewusst gemacht werden.
Zu welchen musikalischen Zielen sollte der Marienchor geführt werden?
  • Neues erweitertes Repertoire : ‚klassische’ Chorkompositionen (alte Musik, Schubert, Schumann, Rheinberger, Distler, Nees, usw.)
  • Zeitgenössische Werke in vielen Sprachen (besonders aus Skandinavien, den baltischen Ländern), Werke für Sprechchor,...
  • Vielleicht irgendwann einen internationalen Chorwettbewerb mitmachen, um neue Erfahrungen zu machen, andere Chöre zu erleben, ....
  • Die Gestaltung von Gottesdiensten, von Konzerten bei unterschiedlichen Anlässen, Konzertreisen, .... weiterführen.
Wie steht es um die Zukunft des Männerchorgesangs?
Wenn die Hauptziele eines Chores angestrebt werden, d.h. anspruchsvollen Chorgesang zu pflegen sowie innerhalb einer Vereinsgemeinschaft zwischenmenschliche Kontakte zu pflegen, dann gibt es bestimmt eine Zukunft.
  • Die Ansprüche werden allgemein steigen. Manche Chöre werden wegen  ihrer „Vergreisung der Chormitglieder“ in Zukunft nicht weiterbestehen können. Oder aber: Chöre fusionieren, neue, kleine Ensembles bilden sich, Projektchöre entstehen.
  • Die Mitglieder müssen selbst Werbung betreiben, andere überzeugen und durch ihre eigene Begeisterung anstecken. Sie sollten leidenschaftlichen Einsatz für die Sache der Chöre zeigen.
  • Konkurrenz in der Region ist keine Problem. Im Gegenteil: viele Dirigenten kennen sich sehr gut, reden miteinander, tauschen Erfahrungen aus oder beteiligen sich gemeinsam an Chorseminaren. Wir sitzen alle im selben Boot!
  • Repertoire gibt es auf jeden Fall noch reichlich. Durch die neuen Medien wie das Internet ist die Suche weltumfassend geworden. Jetzt gilt es, junge und in unseren Breiten unbekannte Komponisten ausfindig zu machen.
  • Chöre dürfen auf keinen Fall nur in den „Rückspiegel“ schauen und von der „guten, alten Zeit“ schwärmen:  es gilt die Zukunft mit viel Engagement selbst zu gestalten.
  • Wer singen will, muss enthusiastisch (= „in Gott«) sein. Er muss sein enges Herz verlassen, um sich zu Gott zu erheben“, sagt Anselm Grün. Der Begriff  „Enthusiasmus“ stammt aus dem Griechischen „entheos“  und bedeutet „gottbegeistert“)
Wo steht Heinz Piront innerhalb der Marienchor-Gemeinschaft?
Ich fühle mich wohl. Der Marienchor hat einen guten Vereinsgeist. Ich habe schon viele unvergessliche Augenblicke erleben dürfen, wertvolle Begegnungen mit Menschen, .... Sorgen und Probleme gibt es wie im Leben auch in einem Chor.
Royal Highlight
Ein Höhepunkt im Chorleben – gewiss auch in seinem eigenen musikalischen Leben – war der vielbeachtete Auftritt vor der Monarchen-Familie und ihren illustren Ehrengästen beim Weihnachtskonzert im Brüsseler Stadtschloss.
Die Sänger erinnern sich, als sich am Donnerstag, 18. Dezember 2003 pünktlich um 17.00 Uhr die große Tür zum Krönungssaal öffnete, und Dirigent Piront eine konzentrierte Marienchor-Mannschaft mit den folgenden Worten auf die Bühne schickte:
„Und denkt daran: Wir sind Amateure und das darf jeder hören, denn Amateur bedeutet Liebhaber. Zeigen wir also allen Gästen, dass und wie sehr wir die Musik lieb haben, die wir singen.“
Dieses „historische Zitat“ hat die gesamte Marienchor-Mannschaft bis heute nachhaltig beeindruckt.
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Konzertreisen sind immer Höhepunkte
Weitere Höhepunkte waren zweifelsohne die Konzertreisen des Chores. In den Schwarzwald und in die Bodensee-Region. Ende Juni 2007 noch kehrten Sie – inzwischen bereits zum zweiten Mal – erfolgreich aus der Vorarlberger Festspiele- und Sängerstadt Bregenz zurück. Heinz Piront: „Konzertriesen sind immer wieder Höhepunkte und erstrebenswerte Ziele eines Chores. Sie sind ein Vereinsmotor.“
Präsident Kever sagte in seiner Laudatio: „Mit Ihnen kommen wir sehr gerne und sehr gut zurecht. Mit Ihnen lässt sich Freundschaft und Begegnung ganz gut er-leben. Mit Ihnen, Heinz, lässt es sich ausgezeichnet arbeiten und musizieren. Wir wollen unser gutes Verhältnis stets pflegen und verbessern! Erwartungsvoll, freudig entschlossen und zielstrebig schauen wir in unsere gemeinsame Zukunft!“
Dazu Heinz Piront: „ Ich fühle mich wohl; der Marienchor hat einen guten Vereinsgeist. Ich habe schon viele unvergessliche Augenblicke erleben dürfen, wertvolle Begegnungen mit Menschen, … Sorgen und Probleme gibt es – wie im Leben – auch in einem Chor.“
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Weihnachtsrepertoire: Beseelte Ausführungen
Nach Verjüngungskuren in den Reihen der Chorsänger mit anhaltender Wirkung von Ferdinand Frings setzte der neue Chorleiter Heinz Piront von Anfang an neue moderne Akzente. Durch die Öffnung des Repertoires konnten mit und mit alte und neue Advents- und Weihnachtslieder aus ganz verschiedenen Kulturkreisen in 'neuen chormusikalischen Kleidern' und spannenden Bearbeitungen gefestigt werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf eine "explizite Auswahl von adventlicher Chorliteratur" gelegt wurde. Der Ameler Kirchenmusiker gibt der beseelten Ausführung chorischer Wertarbeit einen ganz besonderen Stellenwert: "Als Amateure, Liebhaber, wollen wir den Zuhörern zu vermitteln versuchen, dass wir die Stücke lieben, die wir jetzt singen...“
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In den Mund gelegt
Über die eigene Musikalität:
Ich ermutige jeden Sänger auf, seinen ganz persönlichen Weg zur eigenen Musikalität zu suchen und sich immer die Frage zu stellen: „Erfüllt mich die Musik mit Sinn?“ Zum Erkennen, ob sie in mir Gefühle und Emotionen verursacht, ist entscheidend, ob Herz und innere Freude in der Musik in diesem Prozess mit eingebunden sind. (2014)
Über die Probenarbeit:
Seid bei den Proben dabei und habt es gut! Und wenn die Chorgemeinschaft das Probetempo zu erhöhen in der Lage ist, sollte uns dieses Jubeljahr noch ‚zum Tanzen bringen‘. Singen tut gut! (2015)
Über die Leistungsfähigkeit des Chores:
Anstehende Herausforderungen solidarisch und gelassen angehen. Die angestrebten 90 Prozent beim Einstufungswettbewerb wurden zwar nicht erreicht, der Chor hat aber mit den erreichten 80 Prozent den Leitungsstand erbracht, wozu er imstande war. Der Chor möge weiter „im Wandel“ bleiben, rascher zu singbaren Resultaten kommen und die anstehenden Herausforderungen solidarisch und gelassen angehen. (2016)
Über Erinnerungen und Erfahrungen
Mein 20. Marienchor-Dirigentenjahr hat vor etwa 4 Monaten begonnen:Viele wunderbare Erinnerungen und Erfahrungen, auch Schweiß und Arbeit, auch schon mal Ärger und Frust, ... wie das Leben eben so ist ...(...)". (März 2017)
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