Hodiamont-Beziehung - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Hodiamont-Beziehung

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Hell leuchtend nimmt die Sonne ihren Lauf…
Gastfreundschaft im Sonnenhof: intim und stimmungsvoll
Dieser ersten Probe sollten noch viele folgen, eine kleine Tradition begründend. Maria und Peter Hodiamont alleine, oder bei anderer Gelegenheit umgeben von Freunden, machen diese letzte Probe vor den Ferien zu einem intimen, stimmungsvollen Konzert. Manches Fest fand in den Räumen des alten Bauernhofs und seinem Skulpturengarten auf Mazarinen einen würdigen Rahmen. Jede Einladung, jede Begegnung ließen uns erahnen, was Peter Hodiamont unter Familie verstand.
Einer Einladung folgend, absolvierten die Marienchorsänger ihre letzte Probe vor den Sängerferien im Künstlerhaus auf Mazarinen.Wie es dazu kam? Persönliche Bekanntschaft des Künstlerehepaares mit einigen Sängern und der Instinkt des Hodiamont-Freundes Karl-Heinz Oedekoven, der Maler und Chor im Hinblick auf eventuelle spätere gemeinsame künstlerische Aktivitäten zusammenführte, ließen diese Einladung Wirklichkeit werden.
Kaum hat er das gastfreundliche Künstlerhaus betreten, so ist der Besucher eingetaucht in Jahrzehnten intensiven Lebens und künstlerischen Schaffens.
Aber zunächst einmal waren es die Menschen im „Sonnenhof“, die vom ersten Moment der Begegnung an Sympathie weckten und neugierig machten.
Maler und Chor ergänzten sich
Hieraus entstand eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit bei Vernissagen (z.B. Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, BRF, …) und Konzerten (Abendlied-Chor im Wandel) oder der Gestaltung der CD-Cover O magnum mysterium und Appellation contrôlée). Chor und Maler ergänzten sich in ihrem Anliegen, durch die Kunst die Herzen der Menschen zu erreichen, dorthin zu gelangen, wo Worte und Taten nur schwer – oder überhaupt nicht Zugang finden, nämlich in die Seele der Menschen. Die Lieder des Chores wie die Bilder des Malers besingen die Schönheit der Schöpfung, aber auch ihre Verletzlichkeit und Verletztheit. Sie erzählen von allen Seelenlagen des Menschen. Wer konnte sie besser ausdrücken als Peter Hodiamont, der viele in seinem langen Leben selbst durchlebt hat. Auch seine tiefe Gläubigkeit, seine Auseinandersetzung mit Gott, seine trotzige Egozentrik, seine Lebensfreude, sein politisches Engagement, die Liebe zur Natur und seine innerliche Demut und Bescheidenheit finden in seiner Kunst und in den Themen des Chores beinahe kongenial zueinander.
„Hell leuchtend nimmt die Sonne ihren Lauf“ heißt es in Dantes von Rudolf Desch vertontem Sonnengesang. Sie, die wie ein Leitmotiv sein künstlerisches Schaffen durchzog, wird nun nicht mehr seinen Geist und Körper wärmen.
Die Augen sind  überwältigt von der Farben- und Formenvielfalt. Sie finden keinen Ruhepunkt, schweifen ruhelos hin und her zwischen den verschiedenen Exponaten oder aber verweilen gebannt und andächtig auf einem Bild, um es in seiner ganzen Tiefe zu lesen. In der Nase beißt sich der Geruch von noch nicht getrockneten Farben auf einem noch nicht vollendeten Bild mit dem Pinselreiniger. Staffelei, Bild und ein wie nur eben beiseite gelegter Pinsel scheinen darauf zu warten, dass der Meister sich ihnen wieder zuwendet. Man nimmt die Tonangabe des Dirigenten nur im Unterbewußtsein wahr und stimmt doch ein in den Gesang des Chores. Leise erklingt Liszts „Über allen Wipfeln ist Ruh“, während sich die Augen der Sänger in eine lebensgroße in Pop-Art bemalte Schaufensterpuppe verbeißen. Zu jedem Lied könnte man, wie in einer Multimedia-Show, eins oder mehrere Werke zeigen. Langsam lösen sich die Gedanken der Sänger, der Alltag und eben noch Erlebtes werden blasser; Bilder und Töne verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. So hat die Beziehung zwischen Maria und Peter Hodiamont und dem Marienchor vor vielen Jahren angefangen.
Letzte Begegnung
„Mit dem Konzert in Val-Dieu haben Sie unseren Ohren und unseren Herzen so viel Gutes getan, dass wir uns schon in der Kirche bei den Gesängen des Sonnengesangs (Les quatre petites prières de Saint-François d’Assise von Poulenc) entschlossen haben, jedem großartigen Sänger Ihres Chores dieses kleine Weihnachtsgeschenk zu machen. Frohe Grüße – Peter Hodiamont und Maria“.


Peter Hodiamont verstarb am 15. Dezember 2004.
Er wird immer einen Platz im Herzen der Marienchorsänger haben.



Quelle: 100 Jahre Marienchor – ein Lesebuch, S. 96 u. 97, (2005)


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