Nabucco - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Nabucco

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Marienchörler als Nabucco-Gefangene
Am Samstag, 9. März 1991 waren 40 Sänger unter Dirigent Ferdinand Frings – Marienchörler, verstärkt durch Chorbrüder des MGV „Klosterchor Herbesthal-Baum“ – bereits zum vierten Mal fleißig bei der Einstudierung der „Nabucco“-Gesangspartitur. Hierbei handelte es sich aber keineswegs nur um den üblicherweise gesungenen Priesterchor oder gar den Gefangenenchor, sondern um die Komplettpartitur.

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Die Sänger bereiteten sich auf die Unterstützung  des Lütticher Opernchores vor, um im Monat September im Lütticher Sportpalast Guiseppe Verdis Oper „Nabucco“ aufzuführen. Die ersten Kontakte zur Lütticher Oper knüpfte der Marienchor bereits in seinem Jubeljahr (1980), als über den Intendanten Raymond Rossius der international bekannte Solist Renato Francesconi nach Eupen verpflichtet werden konnte. Als 1986 im Lütticher Sportpalast dann „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saëns aufgeführt wurde, hatte man die Eupener Sänger gebeten, den Opernchor zu verstärken. Dieses Projekt scheiterte aber damals an den Terminschwierigkeiten. Im Oktober 1990 wurde der Leiter des Lütticher Opernhauses Raymond Rossius, Jurymitglied bei der Einstufung der ostbelgischen Chöre, wieder auf den Marienchor aufmerksam.
Die ersten Kontakte zur Lütticher Oper knüpfte der Marienchor bereits in seinem Jubeljahr (1980), als über den Intendanten Raymond Rossius der international bekannte Solist Renato Francesconi nach Eupen verpflichtet werden konnte.

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1985 bereits vor 38700 Besuchern aufgeführt
Er bot den Eupenern an, bei der Oper „Nabucco“ von Guiseppe Verdi mitzuwirken, die bereits im Jahr 1985 im Lütticher Sportpalast aufgeführt wurde und damals mit 38700 Besuchern zu 99 Prozent ausverkauft war. Nun sollte das Werk im September 1991 erneut inszeniert werden und es wurden 40 zusätzliche, notensichere Männerstimmen gebraucht. Die konnte der Marienchor allerdings alleine nicht aufbringen, so wurde der befreunde Klosterchor Herbesthal-Baum in das Projekt mit einbezogen. Doch auch vereinzelte Sänger aus anderen Chören wirkten mit.
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Samstagsproben
Die Proben fanden samstags im Probelokal im Eupener Kolpinghaus statt und erforderten ein Höchstmaß Engagement und Verfügbarkeit. Das ist auch der Grund, dass aus beiden der beiden Hauptchöre nur etwa die Hälfte aller Mitglieder mitwirken konnte und viele mit blutendem Herzen auf diese einmalige Gelegenheit verzichten mussten. Immerhin ist Nabucco ein der Opern, die am meisten Chorauftritte beinhaltet. 33 Partiturenseiten mussten gekonnt sein. Dies bedeutete zunächst einmal zwanzig Proben in Eupen, die von Ferdinand Frings als erfahrenem Opernhasen geleitet wurden. Seine Aufgabe war es, den Sängern nicht nur Noten und den schwierigen italienischen Text einzuprägen, sondern sie auch auf die besonderen stimmlichen Anforderungen des Opernmeisters vorzubereiten. Unterstützt wurde er dabei in der Endphase von Edouard Rasquin, der vor allem auf die richtige Ausführung der Tempi hinarbeitete.
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Partitur inn- und auswendig kennen
Zusätzlich erhielt jedes Chormitglied eine Audio-Kassette mit der Aufnahme dieser Inszenierung und den entsprechenden Schnitten, damit sich jeder den Ablauf des Stückes nachhaltig einprägen konnte, ehe nach zwei Kontaktproben im Juli, gemeinsam mit dem Opernchor im Monat September die Arbeit auf der Opernbühne beginnen konnte.
Zu diesem Zeitpunkt sollte die Arbeit von Ferdinand Frings abgeschlossen sein. In der ersten Septemberwoche weilten die Sänger fast jeden Tag im Sportpalast und erarbeiteten mit Solisten und Orchester letzte Feinheiten. Dabei ging es dann nicht nur ums Singen, denn auch die Bewegungsabläufe und choreographischen Aspekte einer Oper mussten bis ins kleinste Detail sitzen. Nach zwei Generalproben folgten vom 13. September 1991 an insgesamt zehn Aufführungen. Wegen der Kartennachfrage wurden es sogar 12 Aufführungen.
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Begeisterung
Verständlich, dass bei dieser Belastung der eine oder andere Sänger aus verschiedenen Gründen passen musste. Trotzdem wollte man diese einmalige Gelegenheit nicht verpassen. Um aber allen Chorsängern die Möglichkeit zu geben, weiterhin ihr Gesangshobby auszuüben, lief so ganz nebenher das normale Probenprogramm mit den bereits vereinbarten Auftritten weiter – schließlich müssen die Chöre ja auch ihren normalen Verpflichtungen nachkommen. Die Sänger bei den Probearbeiten im Kolpinghaus zeigten sich bereits sehr frühzeitig begeistert von diesen neuen Erfahrungen und waren der Meinung, dass dies eine nie wiederkehrende Chance sei, die man sich nicht entgehen lassen dürfe. Zudem wäre eine bessere Weiterbildung in allen musikalischen Bereichen kaum denkbar.
Ehre und Auszeichnung

Eine Ehre und Auszeichnung zugleich für die Marienchörler und ihre Sangesfreunde, denn bisher griff die Opernleitung immer auf renommierte Männerchöre des Maastrichter Raumes zurück, um den Opernchor bei Großinszenierungen zu unterstützen.
Quelle:: GrenzEcho vom 13. März 1991
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Bildergalerie
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