Probe-WE-Seminar: Rückblick - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Probe-WE-Seminar: Rückblick

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Wochenend-Seminar
zur Festigung von Stimme und Freundschaft
Im frühmorgentlichen Herbstnebel wärmten 30 Chorbrüder im Ferienzentrum von Villers-Ste-Gertrude – mitten im goldbunten Ardennenwald – ihre Stimmen auf.
Der Herbstmorgen machte die Vorgaben für den weiteren Verlauf: genau wie sich die Sonne langsam einen Weg durch die feuchtkalte Luft bahnte, entwickelten sich mit und mit aus den zunächst noch bedeckt-grieselnden Stimmbändern sehr bald warmleuchtende und zunehmend funkelnde Vokale.
„Best song ever“
Zweifelsfrei waren aus allen Gesichtern beste Laune und positive Erwartungen erkennbar. Chorleiter Heinz Piront hatte ein ambitioniertes Repetierprogramm zusammengestellt – aufgeteilt in wohldosierten Zeitfenstern. Neben Tutti-Proben zogen sich die beiden Stimmgruppen regelmäßig in getrennte Proberäume zurück, um unter Anleitung der  Chorbrüder Hans Aussems/Lothar Kirch (Tenöre) und Heinz Piront (Bässe) das Weihnachtsrepertoire 2016 mit alten, aber – sehr erfreulich -  auch einigen bemerkenswerten  Neueinstudierungen zu erarbeiten.
Während sich für die neuen Chorwerke (Kompositionen von Dubra, Hammerschmidt, Suttner, Strohbach, Olatunij) nach dem Entdecken des Notenbildes die Entwicklung eines „ Gefühls zum Stück“ zunächst noch etwas mühsam vollzog, waren beim Ansingen von adventlich/weihnachtlichen Chorwerken aus den Vorjahren  - sehr zur Genugtuung des Dirigenten! - sogleich „Melodie und Geist“ wieder zur Stelle.
Durch die erfreulich hohe Teilnehmerzahl und die konzentriert-intensive Probearbeit verschafften sich die Chorbrüder im Verlauf dieses Seminars ein gutes musikalisches Zusammengehörigkeitsgefühl, das jetzt bis zum Beginn der Adventzeit durch weitere Feinschliffe auf einen hohen Stand gebracht werden kann.  Am Ende meinte der strahlende Chorleiter: „ Ich bin zufrieden; Villers war schön: Chorklänge und Herbstfarben! „
Mit seiner Feststellung „Best song ever“ zum Stück „Twas in the moon“ (von T.C. Takach) brachte ein Chorbruder auf den Punkt, wie tiefgehend und verinnerlichend Chorgesang nicht nur Stimme, sondern auch Gefühle berühren kann.
Jetzt geht es erst richtig los!
Chorpräsident Pierre Corman gab seiner Hoffnung Ausdruck, die spürbare Motivation in den nun folgenden Wochen fortzuführen; dazu dürfe man sich nicht auf seine Lorbeeren ausruhen, sondern jeder müsse nun weiter sein Bestes geben. Das Wochenend-Seminar habe nämlich gezeigt, dass ein gesunder Anspruch an jeden Sänger dem Chor gut tut…
„Mae-e“ – Vorwärts!
Auch gab er sich im Namen der Vorstandsmitglieder zum Abschluss der Probearbeiten seiner Zufriedenheit Ausdruck: er begrüßte die gute Stimmung als das Ergebnis der hohen Anwesenheitsquoten in den vorausgangenen Wochen. „Auch deshalb bin ich  ein Marienchor-Sänger: wegen der Menschlichkeit, Achtsamkeit und dem gesunden Gefühl von Tradition“, meinte er.
In Gedenken an den vor genau 10 Jahren verstorbenen jungen Chorbruder Sacha Fischer sang der Chor vor dem Auseinandergehen gefühlvoll das trostspendende „Mae-e“  ( auch „Vorwärts“)von Sato.
Die Erwartungen an den Chor aus der Sicht des Präsidenten:
Jeder Sänger ist um das Wohl des anderen bemüht.
Da wir viele junge Sänger haben, herrscht erst einmal ein Grundvertrauen, dass der Chor gut für die Zukunft gerüstet ist. Es ist jedoch so, dass die junge Generation noch nicht verlässlich ist. Viele stellen sich die Frage, wie sich das in Zukunft verändern wird. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass junge Sänger, die vor fünf Jahren „neu“ und „unzuverlässig“ waren, heute eine ganz andere Einstellung haben und viel verlässlicher sind. Ob dies für alle gilt, bleibt ein großes Fragezeichen. Es bleibt also weiterhin wichtig, die jungen Sänger mehr und mehr einzubeziehen und an den Chor zu binden, auch indem (oder besonders indem) man ihnen die Werte des Chores beibringt die auch in der Gesellschaft wichtig sind.  
Die älteren Sänger versuchen die heranwachsende Sängergeneration zu verstehen und ihre Wertegefühle kennenzulernen. Sie versuchen Verständnis aufzubauen.
Die Chorgemeinschaft ist noch stärker in den letzten Monaten zusammengewachsen. Es herrscht eine allgemeine Zufriedenheit.
Und wie erlebten die Chorbrüder das WE-Seminar?
François (Bass): "Ich, als jüngster Teilnehmer des Probewochenendes, fand die zwei Tage sehr gelungen. Wieso?: zu allererst war das neue Repertoire an Liedern sehr ansprechend und ich hatte viel Spaß beim Singen der neuen Lieder. Außerdem war die Stimmung sehr gut und trotz des Altersunterschiedes der zwischen mir und allen anderen Sängern besteht - bei den einen was geringer, bei den anderen was größer - fühlte man sich akzeptiert und gut aufgenommen. Ein letzter weiterer persönlicher Grund ist der, dass es fast das erste Mal war, das ich die Erfahrung gemacht habe, dass wir Lieder gesungen haben, die ich bereits aus dem Vorjahr "gut" kannte, da ich letztes Jahr um diese Zeit im Chor eingestiegen bin. Daher konnte ich mich besser beim Singen einbringen und hatte ein wahres Erfolgserlebnis."
Jean-Marie (Tenor):  Für einige Sänger war es das erste Marienchor-Probewochenende; für alle jedoch das erste in der schönen Jugendherberge von Villers-Sainte-Gertrude (Durbuy)…obschon mehrere dieses Dorf mit früheren Pfadfinderlagern in Verbindung brachten.
Welche Eindrücke bleiben nach solch einem Wochenende…nachdem man 2 Nächte „drüber geschlafen hat“?
  • die positive Einstellung der Sänger:  Lust auf gutem Gesang, Freude auf Beisammensein. Es war aufbauend zu sehen, dass ALLE Teilnehmer bis zur letzten Minute dabei waren;
  • die Wichtigkeit der Infrastruktur: ein perfekter Proberaum, moderne Zimmer mit Dusche, ein eigenes Restaurant in einem geschichtsträchtigen Herrenhaus, ein Gewölbekeller für die Kaffeepausen und - natürlich - für den gemütlichen Samstagabend.
Emotionen, die den Marienchor ausmachen :
  • humorvoll : ein nicht geplantes Treffen mit Jugendlichen  aus Flandern in "unserem Keller“ am Samstagabend (es wurde viel gelacht);
  • Besinnlich : am Ende des gesanglichen Teils am Sonntagmittag, sangen wir  das japanische Lied „Maé“ (auf Deutsch übersetzt: Vorwärts), in Gedenken an unseren ehemaligen ersten Tenor Sascha Fischer, Bruder unseres noch heutigen Tenors Roland. Sascha hatte vor genau 10 Jahren unsere Erde verlassen...ist aber noch so präsent in unseren Herzen.
Johannes (Tenor): Ein Probewochenende ist für mich immer ein wichtiger Höhepunkt in einem Probejahr des MCE. In diesem Jahr war ich davon angetan, wie stark alle Stimmen besetzt waren. Die Begeisterung, die Konzentration, das Hand in Hand arbeiten und der gegenseitige Respekt waren beispielhaft und zogen sich über die zwei Tage. Alt und Jung fanden sich zusammen zur harten Probearbeit, wobei die Geselligkeit sich wunderbar eingliederte. So wurde der Grundstein gelegt, die kommenden Verpflichtungen gut vorbereitet anzugehen.
Andreas (Bariton): Bestens organisiert durch unseren Vorstand! Effektive Probearbeit dank fleißiger Sänger und deren 1A-Kapitän! Ausgezeichnete (Bewirtung in der) Taverne! Wie wohl "Mann" sich eben fühlen kann mit 30 Marienchor-Schelmen auf Probe-WE! Die heilige Gertrud hätte sicherlich ihre Freude an uns gehabt, wenn man über das Halleluja von Cohen einmal hinwegsieht! ;-)
Karl-Heinz (Bariton): Unser Probewochenende in Villers-Sainte-Gertrude war eine runde Sache. Gute Location, gute Stimmung und gute Probearbeit. Das jährliche Einstudieren des Weihnachtsrepertoires bereitet mir immer viel Freude. Der Sonntagvormittag war – im Vergleich zum samstäglichen Probetag – m. E. weniger effizient: müde, abgesungene Stimmen konnten musikalisch nicht mehr punkten.
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