Probe - Kgl. MGV Marienchor Eupen

Direkt zum Seiteninhalt

Probe

Archiv > 2005-2020 > 2016
Eine ganz normale Probe…
 
Donnerstag, 21. April 2016,
 
erste Probe
 
nach der erfolgreichen Erstaufführung von „Destiny“
19.15 Uhr : Die Chorbrüder Christoph und Heribert treffen sich im Archivraum des Chores im zweiten Stockwerk des Kulturzentrums Kolpinghaus an der Eupener Bergstraße, um vor Probenbeginn noch einige wichtige Arbeiten zu erledigen. Während Heribert alte Partituren sichtet, vertieft sich Christoph in das Protokollbuch der 1950er Jahre – auf der Suche nach Einzelheiten über den Chorleiter Willy Mommer.
19.50 Uhr: Inzwischen ist Chorleiter Heinz im Proberaum eingetroffen; er legt für den heutigen Abend neue Partituren aufs Pult: das Repertoire soll von heute an um vier neue Stücke erweitert werden. Während Präsident Pierre zusammen mit einigen Chorbrüdern den Raum mit dem Hinsetzen der Stühle einladend gestaltet, treffen unten im Schankraum mit und mit die Marienchörler ein.
 
20.10 Uhr: Der Dirigent bittet zum Aufwärmen: körperliche Dehnübungen und erste Vokalisen – heute mit besonderen Tonsprüngen, passend zu den neuen Chorwerken, bringen die inzwischen zahlreich erschienenen Sängerstimmen für die kommenden zwei Probestunden „in Form“.
20.20 Uhr: Jeder Sänger hat inzwischen die vier neuen Stücke zur Hand, die es heute  erst einmal zu „entdecken und ertasten“ gilt.  Als erstes William Henry Monks 'Abide with me' 'Bleibe bei uns, Herr' : mit  sogleich dreisprachiger Textvorlage. Ein Stück, welches bis heute jedem Briten als Abend- und Sterbelied vertraut ist. Nach gut 20 Minuten legen wir diese Partitur wieder beiseite. Zwischendurch kommt Chorleiter Heinz noch einmal auf unsere Leistungen bei der Erstaufführung von „Destiny“ am vergangenen Samstag zurück: Lob und Dank an alle, zudem Respekt und Anerkennung für die Tenöre Lothar und Pierre, die spontan für den erkrankten Sangesbruder Barna einsprangen und sich viel Anerkennung dadurch verdienten. Es folgt der zweite Griff in die ausgelegten Repertoire-Neuheiten: Leonard Cohens „Halleluja“ kennt eigentlich jeder bereits. Und dennoch: der Teufel liegt im Detail! Die Zeit bis zur Pause scheint „wie im Fluge“ zu vergehen.
21.25 Uhr: Bevor es hinunter an die Theke in den Schankraum geht, verkünden die Chorbrüder Olivier und Benedikt quasi zeitgleich, dass die nächste Runde „auf mich geht“…: Olivier hatte am Dienstag Geburtstag, während Benedikt bereits vor drei Wochen glücklicher Vater seiner kleinen Elena geworden ist. Jetzt war guter Rat teuer: die Pause sollte ja traditionell nur eine Viertelstunde dauern. Chorleiter Heinz gab sich geschlagen und gestattet eine „verlängerte Pause“, in dessen Verlauf beide edlen Spender zu ihrem Recht kommen sollten. Es wurde eine durchaus musikalische Pause, in deren Verlauf unsere Wirtin Yvonne alle Mühe hatte, alle durstigen Kehlen mit den beiden spendierten Runden zu bedienen. Es folgten Trinksprüche und a-cappella-Chorgesang: Baba Yetu wurde zum ersten Mal auswendig gesungen; die beiden Solisten Lothar und Grégory waren gut drauf! Derweil sich Vorstandsmitglieder noch zu einem Kurzgespräch mit dem Chorleiter in eine "stille Ecke" setzen...
21.55 Uhr: Mit dem dritten neuen Stück beginnen wir den zweiten Teil der Probe. Wieder werden Leucht- und Bleistifte gezückt: Harald Genzmers Trinkspruch „Die Gewissheit“: ein kurzes und interessant gesetztes 23-Takte-Stück. Es erinnert uns an die „Römischen Weinsprüche“, bei internationalen Chorwettbewerben bereits mehrfach erfolgreich aufgeführt. Zum Abschluss dieser – diesmal zugegeben kürzeren - Probe wollte uns Chorleiter Heinz noch eine letzte neue Partitur vorstellen: die Titelmelodie zum Film „James Bond-007 jagt Dr. No“. Kein Text, ausschließlich taktvoll gesetzte „Geräusche“.  Spannend!
22.20 Uhr: Noch während die Sänger ihre Noten wieder in ihre Taschen stecken, begibt sich Präsident Pierre ans Klavier, um noch ein paar wichtige Mitteilungen zu machen. Satirische Zwischenbemerkungen seitens einiger Sänger bringen ihn zum Ende seiner Ausführungen aus der Rolle, so dass sich die Chorgemeinschaft in schallendem Gelächter verabschiedet.
22.25 Uhr: Während die einen den Proberaum wieder in seine ursprüngliche „Ordnung“ bringen, begeben sich andere in den Schankraum, um noch ein „Abendbierchen“ zu trinken. Irgendwann ist auch der letzte Sänger nach Hause gegangen….
Wie halt am Ende einer  „ganz normalen Probe“ …..
Zurück zum Seiteninhalt