Willy Mommer Junior - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Willy Mommer Junior

Über uns > Musik
1921 – 1972

Musikpädagoge,
Komponist
und Reiseveranstalter

Es war ein Zufall, dass Willy Mommer jun. Interesse für den Chorgesang fand.
Sein Onkel Hubert Mommer, damaliger Dirigent des Marienchores, musste aus Gesundheitsgründen kurz nach dem zweiten Weltkrieg für längere Zeit das Bett hüten.
Und so kam es, dass Willy Mommer jun. 1947 den Chor übernahm.
Konzertpianist und Orchesterdirigent
Eigentlich war er ausgebildeter  Konzertpianist und Orchesterdirigent. Schon früh erkannte sein Vater bei ihm ein herausragendes musikalisches Talent. Als junger Mann erhielt er Unterricht in Klavier, Harmonie- und Kompositionslehre bei der Lütticher Musiklehrerin Dehun-Delcroix, damals eine der begnadetsten belgischen Pianistinnen.
Kriegsjahre
Nachdem Eupen im Zweiten Weltkrieg wieder deutsch geworden war, konnte Willy Mommer seinen Unterricht mit der „Belgierin“ nicht mehr fortsetzen. Im Aachener Professor Nelting fand er einen neuen Lehrer. Oktober 1940 wurde er zum Arbeitsdienst und später zum Wehrdienst einberufen. Er kam nach Köln, wo er in seiner Freizeit an der Musikhochschule studierte. Nach seiner Verlegung nach Berlin konnte er bei Professor Erdmann seine Klavierkenntnisse verbessern. Kurz vor Kriegsende geriet er wegen regimekritischer Äußerungen in Schwierigkeiten, denen er sich durch die Flucht nach Bayern entziehen konnte.
Musikpädagoge
Nach dem Krieg erhielt Willy Mommer eine Anstellung als Sprach- und Musiklehrer am Eupener Collège Patronné und am Heidberg-Institut. Er gründete an diesen Schulen den Knabenchor bzw. führte den Mädchenchor des Heidberg-Instituts weiter. Ab 1960 war er außerdem Musikpädagoge an der Städtischen Technischen Schule, wo er einen Jugendchor gründete. Ebenso unterrichtete er an der Katholischen Normalschule.
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Männerchor
Die ersten Jahre seines Wirkens als Dirigent des Marienchores waren aus chorinternen Gründen recht anstrengend. Von 1955 an allerdings ging es steil bergauf! Zur Frage der Qualität eines Männerchores sagte er einmal: „(...) Dem Männerchor – der wohl umstrittensten Art des Gemeinschaftsgesanges – stehen die reichsten Mittel an Ausdruck und Form zur Verfügung. Allerdings ist der Weg zur Spitze im Männerchorgesang ein mühseliger und schwerer, denn die musikalische Disziplin stellt sich hier als die vornehmste Forderung. Nur ein zu letzter stimmlicher Kontrolle bereiter Chor kann diese Forderung erfüllen..(...)“
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Stets auf der Suche nach Besserem
Es muss nicht immer einfach gewesen sein, mit ihm auszukommen. Aber das, was er von anderen verlangte, hatte er sich vorher schon selbst auferlegt. Unentwegt fand er ein angepasstes Repertoire für den Chor, das er durch eigene Werke und Kompositionen seines Vaters anreicherte. Er veranstaltete mit dem Marienchor unzählige Konzerte, gemeinsame Aufführungen mit anderen Chören sowie mit namhaften Solisten und Orchestern. Später kamen Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen auch noch hinzu.
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Regionaler Chorleiter
Andere Chöre verdanken ihm ebenfalls sehr viel: so das Männerquartett, dem er zu internationalem Ruf verhalf. Der St. Cäcilia-Kirchenchor St. Nikolaus beauftragte Willy Mommer jun. im Jahr 1950 mit der gesanglichen Gestaltung der Feiern zum 100-jährigen Vereinsjubiläum. Was Mommer dabei zustande brachte, hatte Eupen bis dahin noch nicht gesehen: mehr als 100 Sänger und Sängerinnen aus dem Jubelchor, dem Knabenchor des Collège Patronné, dem Mädchenchor des Heidberg-Lyzeums sowie einem Damenchor und das Orchester des Lütticher Konservatoriums führten das Oratorium Judas Makkabäus von Händel auf.
Ab 1960 und bis zu seinem Tod leitete er außerdem die Royale Union Wallone aus Malmedy, die ihm einen erstaunlichen künstlerischen Aufstieg zu verdanken hatte.
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Komponist
Mommer schuf die meisten seiner eigenen Kompositionen in der Zeit von 1950 bis 1965. So entstanden fünf Messen, sieben sakrale Werke, vier Lieder für Soli und Klavier und rund vierzig weltliche Chorlieder. Darüber hinaus komponierte er eine Spieloper und eine Operette. Bereits 1942 hatte er ein Klavierwerk komponiert.
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Jugend und Musik
Er übte in Ostbelgien Zeit seines Lebens einen richtungsweisenden musikalischen Einfluss aus: so veranstaltete er regelmäßig hochstehende Konzerte, ihm verdankt die Vereinigung „Jugend und Musik“ ihre Gründung. Man darf ihn getrost als den geistigen Vater der Eupener Musikakademie bezeichnen. Über Jahre hinweg setzte er sich vergeblich für den Bau eines kulturellen Zentrums in Eupen ein.
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Einer der Besten
Am 25. August 1972 verstarb Willy Mommer jun. Das Eupener und das belgische Musikleben verlor damit einen seiner Besten. Zahlreiche Trauergäste gaben ihm am 29. August zum Klang seiner Lieblingskompositionen das letzte Geleit.
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